Magdalena

Lieber Anadi, 

meine Gedanken und Gefühle und Worte zu der Frage

Wie will ich leben – Wieder und wieder kommt die Frage. 

Kommen Antworten, formen sich Räume in mir. 

Wieder und wieder schon seit Jahren. 

Lebe ich so wie ich will? Ja und Nein und ich weiß nicht.

In der Zeit seit Neujahr, beschäftigt mich die  Frage so intensiv wie selten zuvor und mir wird etwas bewusst…dass die Antworten bisher fast immer in der Zukunft waren, sie etwas voraussetzen was sich gebildet hat, was sich entwickelt hat.

Wozu ich bisher wenig Zugang hatte ist der Weg dorthin oder die Verknüpfung der beiden Räume, hier und jetzt und dem wo es hingehen soll. Denn der Weg kann ja immer nur hier und jetzt vor meinen Füßen beginnen.

So schaue ich gerade sehr genau was diese Visionen denn für mein Leben heute bedeuten, in den Beziehungen in denen ich jetzt täglich bin, was gibt es da schon zu wandeln in Richtung des Neuen. Uiuiui, umso näher es an mich und meine Komfortzone rückt umso spannender wird es.

Wie will ich leben…

In klaren Räumen will ich leben, im Bewusstsein dessen was ich da gerade tue, 

bewusste Entscheidungen immer wieder treffen. 

Und vor allem möchte ich das, was mir wichtig ist in den Mittelpunkt rücken und alles was sonst anfällt drumherum platzieren.

Was ist mir wichtig:

Natur, in der Natur sein

Gut für meinen Körper sorgen

Rituale in meinen Alltag integrieren

Stille 

Begegnung – heiter, ernst, nah, fern, fordernd, leicht, wild, aufregend, forschend, Schmerz zeigen, aufrichtig sein, Abgründe zeigen

Und mit wem will ich leben…Menschen mit denen ich das teilen kann.

Mir wird gerade bewusst wie sehr ich der wirklichen Auseinandersetzung mit der Frage bisher aus dem Weg gegangen bin, weil…sie Veränderung mit sich bringt, weil sie mich etwas fragt.

Und das macht mir Angst, aaaah. Raus aus dem vertrauten Trott, neue Wege gehen. Ein Freund hat mir vor kurzem gesagt „Angst ist immer nur Angst vor dem Neuen“. 

In dem Fall stimme ich zu.

Wie will ich leben…immer dichter an mir selbst, immer mehr in mich hineinwachsen. 

Mich mir zuwenden, in mir und aus mir heraus leben.

Wie geht das? Atmen, spüren, wahrnehmen und immer wieder liebevoll ANNEHMEN, anerkennen. „Ah, da IST…Angst, Wut, Unsicherheit, Freude, Trauer.“

Wie fühlt es sich an, wo fühle ich es? 

Kann ich wirklich damit sein? Kann ich mich damit zeigen? 

Ja kann ich mich damit zeigen, kann ich mich zumuten? Kann ich akzeptieren abgelehnt zu werden? Und mich trotzdem zeigen, wieder und wieder?

All diese  inneren Kinder in mir umarmen, geduldig, beobachtend, präsent…und den inneren Kindern das schenken, was sie schmerzlich vermisst haben, 

mir selbst Mutter sein.

Wie will ich leben

Dicht an dem was wirklich aus dem Herzen kommt. Nicht den Kopf immer gleich seine Vorstellungen drauf packen lassen, das überfordert mich nämlich schnell. Das nimmt mein Fühlen und meinen IST-Zustand nicht mit. Meinem Herzen lauschen, ganz ehrlich…

Und mich freuen an den Wundern des Lebens, wie jetzt gerade, wo die Schneeflocken immer dichter fallen und tanzen und ich mich ganz pur mit meiner kindlichen Freude verbunden fühle.

Verantwortung übernehmen!

Und darin mich selbst annehmen.

Ich will tanzen, Schritt für Schritt gehen, immer wieder prüfen, immer wieder langsam werden und immer wieder schauen wie ich das, was mir keine Freude mehr macht,

um- und mitgestalten kann, dass es wieder lebendig wird. Schluss mit der Resignation und dem Hingeben ins „So ist es halt, gehört auch dazu.“

Und ich will schon jetzt auf mich stolz sein, mich mit dem Bild verbinden, dass ich schon die bin, die ich werden will. Ich muss nicht erst fertig sein.

Ich bin auf dem Weg, so klar wie nie zuvor.

Folgender Text von Oriah Mountain Dreamer spricht mir aus der Seele. Dorthin will ich wachsen:) Und gerade wird mir klar, dass ich diese Zeilen in erster Linie, mal zu mir selbst sprechen will. Bisher hab ich immer versucht mir vor zustellen wie ich diese Worte zu meinem Partner oder Freunden sage…und bin ganz schnell an die ersten Grenzen, Erwartungen und Urteile gestoßen. Freudige Aufregung mir das selbst zu sagen.

„Es ist nicht wichtig für mich, wie Du Dein Geld verdienst. 

Ich möchte wissen, wonach Du innerlich schreist 

und ob Du es wagst, 

der Sehnsucht Deines Herzens zu begegnen.

Es ist nicht wichtig für mich, wie alt Du bist. 

Ich will wissen, ob Du es riskierst, wie ein Narr auszusehen, 

um Deiner Liebe willen, um Deiner Träume willen 

und für das Abenteuer des Lebendigseins.

Es ist nicht wichtig für mich, welche Planeten im Quadrat

zu Deinem Mond stehen. Ich will wissen, ob Du Dein eigenes Leid 

liebevoll umarmen kannst, ob Du durch die Prüfungen des Lebens 

offener geworden bist, oder ob Du Dich zusammengezogen und 

verschlossen hast aus Angst vor weiterer Qual. 

Ich will wissen, ob Du mit dem Schmerz – Deinem und meinem – 

dasitzen kannst, ohne gleich zu versuchen, ihn zu verstecken, 

zu überspielen oder zu beseitigen.

Ich will wissen, ob Du voller Freude sein kannst 

– meiner und Deiner Freude -, 

ob Du voller Wildheit tanzen kannst, 

ob Du es wagst, Dich und mich vor Ekstase beben zu lassen 

– von den Fußsohlen bis zu den Haarspitzen -, 

ohne uns zur Vorsicht zu ermahnen, zur Vernunft 

oder die Grenzen des Menschseins zu bedenken.

Es ist nicht wichtig für mich, ob die Geschichte, 

die Du erzählst, Tatsache oder Fantasie ist. 

Ich will wissen, ob Du jemanden enttäuschen kannst, 

um Dir selbst treu zu bleiben. 

Ob Du den Vorwurf des Verrats ertragen kannst 

und nicht Deine eigene Seele verrätst.

Ich will wissen, ob Du vertrauen kannst und von daher 

vertrauens-würdig bist. Ich will wissen, ob Du die Schönheit 

auch dann noch sehen kannst, wenn es nicht jeden Tag schön ist, 

und ob Du Dein Leben aus der Gegenwart Gottes nähren kannst. 

Ich will wissen, ob Du mit all unseren Schwächen 

und Fehlern – meinen und Deinen – 

leben kannst und trotzdem am Ufer des Sees stehen bleibst 

und zum Silberlicht des Vollmonds hinaufrufst: 

„JA!!!“

Es ist nicht wichtig für mich, wo Du lebst 

und wieviel Geld Du hast. Ich will wissen, ob Du aufstehen kannst 

nach einer Nacht der Trauer und Verzweiflung – 

erschöpft und zerschlagen bis auf die Knochen – und tust, 

was für die Kinder getan werden muß.

Es ist nicht wichtig für mich, wer Du bist und wie Du 

hierher gekommen bist. Ich will wissen, ob Du mit mir 

in der Mitte des Feuers stehen kannst und 

nicht zurückschreckst.

Es ist nicht wichtig für mich, wo oder was oder 

 mit wem Du studiert hast. Ich will wissen, was Dich von innen hält, 

 wenn sonst alles wegfällt. 

 Ich will wissen, ob Du allein sein kannst und in den 

 leeren Momenten wirklich gern mit Dir selbst zusammen bist.

Ulla Beer

Liebe Magdalena, ich danke Dir für die wunderbaren Worte, die ich dreimal dick unterstreiche. Von Herzen Ulla

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