ALLES

Hallo ihr Lieben,

das Wort des Sonntags ist Befreiung > Freiheit. Das Wort klingt in den Ohren wohl gleich, im Verstand löst es bei jeder/m unterschiedliche Assoziationen aus, aber im Herzen, dem Wohnort der letztlichen Weisheit erzeugt es einen weiten Raum der Leere. Warum ist das wohl so?

Der Akt der Befreiung setzt voraus, dass es etwas gibt, wovon ich mich befreie oder befreien will. Und wenn dies geschieht, dann füllt sich der befreite innere Raum nicht sofort mit etwas Neuem. Was nun?

In unserem Talk vom letzten Sonntag kam die Sprache auf diese Dynamik und vor allem auf diese Frage: Was nun?

Viele Menschen schrecken vor diesem Raum zurück und füllen ihn lieber mit Gedanken, Aktivitäten, Unterhaltung oder Geschichten, die gar nicht ihre eigenen sind. Im Zuge des Erwachens, dem wir uns gewidmet haben, sind wir damit immer wieder konfrontiert, denn wir alle sind mehr oder weniger daran gewöhnt. Das gesamte Wirtschaftssystem der äußeren Welt, insbesondere die Konsum- und Unterhaltungsindustrie funktionieren auf dieser Ebene und erzielen dabei hohe Gewinne.

In dem Moment, in dem ich mich nach innen wende, betrete ich einen Raum, in dem eine andere Gesetzmäßigkeit lebt: „Ursache und Wirkung“ des Decarte’schen Weltbildes, das die Zivilisation bis heute prägt, hat keine Wirkung mehr. Wir betreten das Feld des Mysteriums des Leben. Die Mystiker/innen haben immer wieder darauf hingewiesen und sie alle sind vereint in dem gleichen Duft und der gleichen Melodie und dem gleichen Verlangen, hinter den Vorhang der scheinbaren Realität zu schauen auf der Suche nach der Wahrheit.

Dieses Verlangen verbindet uns und so gehen wir gemeinsam auf diesem Weg. Das Paradox ist, dass es auf dem Weg kein definiertes Ziel gibt, das wir irgendwann mal erreichen werden. Unser wahres Verlangen will immer, dass wir in diesem Moment, an diesem Ort lebendig und wahrhaftig sind, niemals später oder woanders. Wer etwas anderes behauptet, hat eine Agenda, der nicht zu trauen ist. Wir haben die Möglichkeit, diesem EINEN Ruf Ruf auf vielfältige Weise zu antworten: in der unverhofften Begegnung ja, aber auch in der kommenden Begegnung, von der wir schon wissen:  in der Entscheidung, im Licht zu stehen und unser Licht leuchten zu lassen, in Freundlichkeit, Zugewandtheit, Wohlwollen, Offenheit, Hingabe und Mitgefühl.

Ich verneige mich vor Euch

Anadi

Das goldene Vlies

 

Die Überlieferung vom Goldenen Vlies trägt viel Weisheit in sich und damit die Möglichkeit der Erkenntnis für das eigene Leben in sich. Es ist die Geschichte der Argonauten und ihres Anführers Jason einerseits, andererseits aber die von Chrisomeles, dem goldenen Widder, der sowohl fliegen als auch sprechen konnte. Wenn Du diese Sage noch nicht kennst, kannst Du sie hier weiter unten nachlesen.

Als ich vor kurzem wieder einmal die Pinsel in die Hand nahm. um ein Bild zu malen, wusste ich noch nicht, was/wem ich dabei begegnen würde.

Das Goldene Vlies lebt in mir und offenbarte sich auf dem Bild. Es steht für mich als Zeichen der Hingabe an das Leben ohne Vorbedingungen. In der Sage gibt der Widder sogar sein Leben auf dem Opfertisch als Höhepunkt seiner Bereitwilligkeit, dem Höchsten zu dienen. Er versucht nicht seine Haut zu retten, sondern gibt auch diese hin zum Zeichen seiner Liebe und der Anerkennung seiner wahren Bestimmung. Dies is das höchste Opfer, dass ein Mensch machen kann, aber darum geht es nicht in der Konsequenz. Es steht für die innere Ausrichtung und Bereitschaft, dem Leben in der Fülle der gegebenen Möglichkeiten und tiefer Dankbarkeit zu begegnen.

Nun mag jede/r von uns eine unterschiedliche Aufgabe und Bestimmung in diesem Leben, das uns geschenkt wurde, haben, aber ich bin mir sicher, dass wir alle verbunden sind im Verlangen, unser Bestes zur Erweckung dieses Geistes zu geben, was immer das sein mag.

Mythos

Dem böotischen König Athamas war seine Frau Nephele fremd geworden. Darum nahm er sich Ino, die Tochter des Kadmos, als neue Frau. Ino hasste ihre Stiefkinder, Helle und insbesondere den Thronanwärter Phrixos, weshalb sie einen eigenen Sohn haben wollte, der das königliche Erbe antreten sollte. Nephele merkte, dass ihre Kinder wegen der Eifersucht der Stiefmutter in Gefahr schwebten, und erbat die Hilfe der Götter, worauf Hermes Chrysomeles zu ihr sandte. Der Widder nahm die Kinder auf seinen Rücken und trug sie fort.

Er stieg in die Luft und flog nach Osten. Als er die Meerenge überquerte, die Europa und Asien trennt, rutschte Helle von seinem Rücken und fiel ins Wasser, das nach ihr Hellespont (Meer der Helle) benannt wurde. Der Widder setzte Phrixos sicher in Kolchis ab, einem Land am Schwarzen Meer, das von König Aietes regiert wurde.

Phrixos wurde dort gastlich empfangen, und aus Dankbarkeit, dass die Götter sein Leben bewahrt hatten, opferte man Chrysomeles im Tempel des Zeus. Aietes erhielt das Widderfell des Chrysomeles, das wertvolle Goldene Vlies, hängte es im heiligen Hain des Gottes Ares auf und ließ es von einem schiffsgroßen Drachen bewachen, der niemals schlief.

Später raubten die Argonauten unter Führung Iasons und mit Hilfe der Medea, Tochter des Aietes, das Vlies des Chrysomeles und brachten es nach Iolkos, wo es Pelias übergeben wurde (Homer, Odyssee 12,70). Als sich Jason von Medea abwendet, um eine andere zu heiraten, ermordet die Verlassene ihre eigenen Kinder, ihre Rivalin Glauke sowie deren Vater Kreon.

Quelle: Wikipedia

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