Elke

Wie will ich leben?

Manchmal erinnere ich mich an die Unbeschwertheit meiner Jugend und an die Sorglosigkeit meiner Studienjahre. In dieser Zeit schien alles möglich. Die Welt hat mich mit offenen Armen empfangen und es war für mich ganz einfach, in den Tag hineinzuleben. Ein Leben im Moment. Ein Gefühl von großer Freiheit.

Auch ohne viel Geld war alles perfekt; mal abgesehen von den unterschiedlichen Vorstellungen des Zusammenlebens, die mein damaliger Freund und ich versuchten gemeinsam zu lösen, oder auch nicht. Aber das ist eine ganz andere Geschichte. Bekanntlich erscheinen schöne Zeiten im Rückblick immer etwas schöner, als sie waren.

Und trotzdem – oder gerade deshalb – möchte ich diese Begeisterungsfähigkeit, die es tatsächlich gab, unbedingt hinüberretten in mein jetziges und in mein zukünftiges Leben.
Ich stehe bald vor einem neuen Lebensabschnitt, der mir ein unbekümmertes Leben verheißen lassen könnte, bei mir jedoch eher Ängste auslöst.

Der sogenannte „Ruhestand“ steht vor der Tür. Alleine schon das Wort lässt mir kalte Schauer über den Rücken laufen. Ich will nicht „ruhig stehen“. Das mache ich beim Yoga in der Bergstellung „Tadasana“. Da gehört der Ruhestand hin.

Ich will nicht zu den Alten zählen. Ich will am Leben teilnehmen. Was soll ich tun?

Diese Sorglosigkeit der Jugend will sich nicht mehr so recht einstellen, eher tauchen Fragen auf, wie: „Reicht meine Rente zum Leben, wenn ich schon bald aufhöre zu arbeiten? Kann ich mir dann noch einen Urlaub auf Korfu leisten? Bleibe ich gesund? Finde ich im Alter einen passenden Partner, der meine Vorstellungen des Zusammenlebens teilt?, und so weiter.“

Mutig in dieses neue Leben zu springen und dem zu vertrauen, was kommt, wäre schon schön. Das ist jedoch einfacher gesagt als getan.

Mit diesen Worten habe ich einen Anfang gewagt, auf das weite als endlich erscheinend geräumige Feld des Alterns zuzugehen.

Und es fühlt sich so an, als wenn schon durch das Aufschreiben meine Zweifel und Wünsche in einem etwas helleren Licht erstrahlen. Ein sanftes Annehmen von dem, was gerade ist.
Ich spüre, dass dieser Weg gemeinsam mit euch allen, Schritt für Schritt, möglich ist.

Beim Schreiben der Worte „Gemeinsam mit euch“ stellt sich bei mir sofort eine schöne Form von Leichtigkeit ein. Das ist vielleicht das Schlüsselwort: „Gemeinsam“.

Es ist gutes Gefühl, nicht alleine vor diesem Berg zu stehen.

Schön, dass es uns gibt.

Stephanie

Liebe Elke, wie eine "Rentnerin" siehst Du wahrlich nicht aus und kommst auch energetisch ganz anders rüber...aber ich kann Deine Ängste verstehen und mitfühlen, aber weiterhin im Jetzt zu bleiben und das anzunehmen, was das Leben gerade zeigt und bietet, lerne ich gerade und vielleicht hilft Dir das auch ein bisschen, um diese Ängste loszulassen. GEMEINSAM ist gut und das wird auch immer sein, wenn wir weiterhin mit unseren Herzen verbunden bleiben. Auf ein verrücktes 2021 mit viel Freude und Loslassen der Ängste, auch wenn die äußeren Umstände gerade alles dafür tun, dass wir keine Freude empfinden sollen. Love Peace and Happiness für uns alle!!!

Lipopo

Viel-leicht wird ja die Unbeschwertheit der Jugend durch eine Art der „Ver-Rücktheit“ ersetzt. Manchmal ist Es da, das aus dem Normalen verrückt sein. Und Es tut gut.

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