AUS DEN APHORISMEN VON SRI AUROBINDO

 

Unsere Aufgabe ist es nicht,
ewig zu wiederholen,
was bereits getan wurde,
sondern neue Realisationen
und noch ungeträumte Meisterschaften
zu erreichen.

Sri Aurobindo

DAS ZIEL

Wenn wir über Kenntnisse hinausgegangen sind,
werden wir Erkenntnisse haben.
Denken war der Helfer;
Denken ist die Schranke.

Wenn wir über das Wollen
hinausgegangen sind,
werden wir Macht haben.
Anstrengung war der Helfer;
Anstrengung ist die Schranke.

Wenn wir über die Freuden
hinausgegangen sind,
werden wir Person wenden.
Ego war ihr Helfer;
Ego ist das Hindernis.

Wenn wir über das Menschliche
hinausgegangen sind,
werden wir Mensch werden.
Das Animalische war der Helfer;
Das Animalische ist das Hindernis.

Verwandle das Denken
in ungestörte Intuition;
Sei ganz Licht:
Das ist dein Ziel.

Verwandle Anstrengung
in gleichmäßiges und souveränes
Ausströmen von Seelenkraft.
Sei ganz bewusste Kraft:

Das ist dein Ziel.

Verwandle Freuden
in gleichbleibende und
gegenstandslose Ekstase.
Sei ganz Seligkeit;
Das ist dein Ziel.

Verwandle die Einzel-Persönlichkeit
in die Welt-Persönlichkeit.
Sei ganz das Göttliche;
Das ist dein Ziel.

Verwandle das Tier
in den Hirten der Herde.
Sei ganz Krishna;

Das ist dein Ziel.

Was ich jetzt noch nicht tun kann,
weist hin auf das, was ich später tun werde.
Alle Möglichkeit beginnt
mit dem Bewusstsein
der Unmöglichkeit.
Weil diese Schöpfung in der Zeit
paradox und unmöglich war,
schuf sie der Ewige
aus seinem Sein.

Das Unmögliche ist nur die größere Summe
des unverwirklichten Möglichen.
Es verschleiert kommende Entwicklungsstufen
und noch unbeendete Reisen.

Willst du den Fortschritt der Menschheit,
dann bekämpfe alle Vorurteile.
Wird so das Denken gebrochen,
erwacht es und wird schöpferisch.
Andernfalls erschöpft es sich
in mechanischer Wiederholung
und hält das für wahre Tätigkeit.

Für die menschliche Seele
gibt es nicht nur die Möglichkeit,
um sich selbst zu kreisen,
sondern auch noch die,
um die Sonne einer
unerschöpflichen Erleuchtung
zu kreisen.

Zuerst sei Dir deiner selbst bewußt,
dann erst denke und handle.
Jeder lebendige Gedanke
ist eine Welt im Werden,
jede wirkliche Tat
ein sichtbar werdender Gedanke.
Die materielle Welt existiert,
weil eine Idee
im göttlichen Bewusstsein
zu spielen begann.

Denken ist weder notwendig
für das Dasein,
noch ist es seine Ursache;
aber es ist ein Instrument des Werdens:
Ich werde, was ich in mir sehe.

Alles, was Denken mir eingibt,
kann ich tun,
alles was Denken mir enthüllt,
kann ich werden.
Daran sollte der Mensch
unerschütterlich glauben,
denn Gott wohnt in ihm.

Unsere Aufgabe ist es nicht,
ewig zu wiederholen,
was bereits getan wurde,
sondern neue Realisationen
und noch ungeträumte Meisterschaften
zu erreichen.

Zeit, Seele und Welt
sind unser Spielfeld.
Vision, Hoffnung und
schöpferische Einbildungskraft
unsere Triebkraft;
Wille, Denken und Arbeiten
unsere alles bewirkenden Werkzeuge.

Und was ist das Neue,
das es zu verwirklichen gilt?

Liebe,
denn bis jetzt haben wir nur Hass
oder Selbstbefriedigung zustande gebracht.

Erkenntnis,
denn bis jetzt haben wir es nur
bis zu Irrtümern, Wahrnehmungen
und Auffassungen gebracht.

Seligkeit,
denn bis jetzt haben wir uns
nur in Genuss, Leiden
und Gleichgültigkeit geübt.

Macht,
denn bis jetzt haben wir nur
Schwäche, Anstrengung und
vernichtende Siege kennengelernt.

Leben,
denn bis jetzt haben wir nur
Geburt, Wachsen und Sterben geübt.

Einheit,
denn bis jetzt haben wir nur
Krieg und Verbündung geschafft.

Göttlichkeit:
uns wieder zum Ebenbilde Gottes zu machen.

 

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