DAS MYSTERIUM

Unser Sangha Forum hat einigen von uns die Gelegenheit gegeben, etwas zu schreiben zu der Frage: Wie will ich leben? Es ist sicher kein Zufall, dass Uli in seinem Beitrag darauf hingewiesen hat, wie wenig Sinn es macht, ja leidvoll es sein kann, in der Zukunft zu leben, anstatt offen zu sein für diesen Moment. Vielen Dank lieber Ulli, darauf möchte ich eingehen.

Es ist Ostern und die Präsenz des Mysteriums von Golgatha ist für mich Anlass, heute etwas mit Euch teilen, dass sich mich bewegt.
Immer wieder taucht in unseren Gesprächen die Frage auf: Wer bin ich? oder: Was bleibt, wenn alles abfällt? Die Frage, auch wenn sie möglicherweise unbeantwortet bleibt, ist dennoch ein Katalysator besonderer Art. In ihrer scheinbaren Unbeantwortung arbeitet sie unbemerkt und beständig, alleine dadurch, dass sie gestellt wird.

Jeder von uns ist in diese Welt geboren durch einen Akt der großen Liebe, den Schöpfungsakt. Wir kommen aus dem Licht und sind damit für immer und schon immer Lichtwesen. So tragen wir alle das Licht in uns, auch wenn wir es noch nicht realisiert haben, weil wir mit anderen Dingen beschäftigt sind.
Es ist nicht wirklich von Belang, was in der Vergangenheit geschah, wichtig ist die Rückkehr in diese verkörperte Bewusstheit, um zu erkennen, dass wir im Licht wohnen, dass wir das Licht selbst sind, das wir EINS sind, denn verschiedenes Licht gibt es nicht, höchstens verschiedene Qualitäten oder Frequenzen.

Wir kommen zusammen und gemeinsam öffnen wir den Raum für das. was geteilt und gehört werden möchte und dieser Raum ist heilig und sicher.

Es ist dein Licht und das Verlangen der Seele, die dich zu unseren Treffen bringen, auch wenn du es selbst anders ausdrücken würdest.

Unsere Treffen folgen keinem Plan. Der Raum entsteht durch alle, die präsent sind, ohne Agenda. Er ist zeitloser Natur, orchestriert nur vom Wunsch und der Bereitschaft zu teilen und zu lauschen.

Sprechen und Lauschen sind Transformation an sich und die Einsichten kommen von alleine. So justieren wir uns auch im NOCH NICHT WISSEN, auch in der Verwirrung und Hilflosigkeit der Vermutungen. Allein durch das Sein in diesem Raum geschieht Verwandlung, beginnt die Erinnerung. Mit Verwunderung können wir beobachten, wie sich Einzigartigkeit und Schönheit der Seele zeigen.

In der Offenbarung des Mysteriums von Golgatha bietet sich uns auch jetzt wieder die Möglichkeit, einen weiteren Schritt in Demut und Hingabe zu gehen.

Dein Wille geschehe…

Fürchten wir uns nicht, sondern gehen wir mit allem, was uns bewegt ins Licht und erinnern dadurch unsere göttliche Natur.

Ich bin ein göttliches Wesen, einzigartig und göttlich in dieser menschlichen Manifestation auf diesem wunderbaren Planeten Erde. Ich bin göttlicher Natur und diese menschliche Existenz ist lebenszeitlich beschränkt.

Die Entfaltung dieser Erkenntnis bekommt Unterstützung, indem wir uns öffnen für den Segen, den diese auf natürliche Weise mit sich bringt. Dass dies geschieht, bezeugen viele Rückmeldungen der Dankbarkeit aus unserem Kreis.

Den Segen erfahren wir anders als die Geschenke, die das Leben auch bereithält. Er ist göttlicher Beschreibung und kommt nicht als Erfüllung eines Wunsches, eher als unerwartete Bestätigung innerer Haltung, erkennbar als einer plötzlichen Eingebung, einer unvermuteten Begegnung oder einer besonderen Herausforderung, deren versteckten Segen wir erst erkennen, indem wir sie meistern.

Etwas über die innere Haltung, über die ich schon mehrfach gesprochen habe: Zurück lehnen und abwarten können, wenn keine Impulse da sind. Es ist die Abwesenheit von resultatorientiertem und vorantreibendem Bestreben. Wir lassen das Leben auf uns zukommen und lauschen der Intuition, die in uns wohnt.

Dies habe ich gehört:

Es gibt immer Zeit, auf den Herrn zu warten. Verweile in Ruhe und warte darauf, dass dir das Göttliche zeigt, was Es von dir will und was nicht und wohin Es dich ruft.

Dafür braucht es eine stille Praxis des Lauschens und der Verbindung mit dem inneren Licht, mit der Lebendigkeit aller Dinge im Verweilen in der Natur, lauschen statt zu denken – dann kommen die Offenbarungen als ein immer zunehmender Strom.

Wir können immer klarer erkennen, was zu uns kommen will. Wir können immer klarer unterscheiden, was zu uns gehört und was nicht. Wenn wir in diesem Seinszustand leben, hat alles eine Bedeutung, auch die scheinbar geringste Begebenheit kann zum Segen werden.

Es ist eine Stufe der Bewusstheit, die nicht kalkuliert, programmiert oder versucht, etwas herauszufinden.
Auch wenn dies in manchen Situation erforderlich ist, so entdecken wir, dass wir es immer weniger brauchen.

Warten auf den Herrn
Warten auf die Geliebte
Warten auf die Große Mutter

heißt, in einem empfänglichen Zustand zu sein.

In dieser besonderen Zeit kann die Praxis schwierig erscheinen und viele von uns werden in das Szenario von Furcht und Entmutigung hingezogen, aber die Wahrheit ist, dass sich die Offenbarung, auf die wir warten, vorbereitet und wir darauf vorbereitet werden, sie zur richtigen Zeit zu erkennen.

Ich warte auf den Geliebten und er wird sich mir offenbaren und ich werde wissen, was zu tun ist oder auch nicht.

Ich bin hier und ich lausche aufmerksam, ich beobachte.

Ich bin bereit.

Mit allen Segenswünschen
Anadi

GEH, WOHIN DEIN HERZ DICH TRÄGT • VON SUSANNA TAMARO

Wenn ein neues Buch zu mir kommt, schlage ich oft zunächst die letzte Seite auf, um dem Duft der Essenz nahe zu sein.
Heute morgen zum Osterfrühstück kam dieses Buch einer italienischen Autorin und ich möchte mit Euch den letzten Abschnitt ihres Buches teilen.

„… und wenn sich dann verschiedene Wege vor dir auftun werden, und du nicht weißt, welchen du einschlagen sollst, dann überlasse es nicht dem Zufall, sondern setz dich und warte. Atme so tief und vertrauensvoll, wie du an dem Tag geatmet hast, als du auf die Welt kamst, lass dich von nichts ablenken, warte, warte noch. Lausche still und schweigend auf dein Herz. Wenn es zu dir spricht, steh und geh, wohin es dich trägt.“

Sissy

Lieber Anadi, Deine Gedanken empfinde ich als grosses Ostergeschenk, das mich ermutigt, mein Vertrauen in eine gesegnete Führung weiter reifen zu lassen. Bei mir kommt sehr berührend an, wie intensiv Du Dich wohl gerade mit diesem Thema auch in Deinem eigenen Leben auseinandersetzt.. das macht es mir leichter, mich mit dem Gefühl hinter Deinen Worten noch tiefer zu verbinden. So nehme ich wieder mehr innere Bereitschaft wahr, Stille und einen vermeintlichen Stillstand auch mal aushalten zu können, anstatt immer wieder ungeduldig an den für mich wünschenswerten Entwicklungen herumzerren zu wollen. Gern erinnere ich mich in diesem Zusammenhang auch an die Rückmeldung, die Du mir kürzlich mal im Talk gegeben hast: "..Wenn Du ES schon wissen solltest, wüsstest Du ES bereits.." Danke für diese hoffnungsfrohe Botschaft! Herzlichst Sissy

eva

Vielen Dank, lieber Anadi! Habe leider das gestrige Ostertreffen verpasst, weil ich das letzte mal vor einigen Tagen reingeschaut habe, wo noch stand dass wir uns heute um 11h treffen. Egal - es ist auch schön zu spüren, dass Ihr mir fehlt :-) Wünsche Dir noch ein erfülltes Osterfest und viel Freude und Vertrauen beim weiteren Lauschen.... ❤️ Eva

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