Sissy

WIE WILL ICH LEBEN?

In der heiligen Zeit zwischen den Jahren, in der ich nicht zur Arbeit musste, habe ich einen besonderen Raum betreten dürfen: Einen Raum, in dem ich mich wieder gespürt habe, da ich meine abwechselnden Bedürfnisse nach Austausch oder Rückzug, nach Ruhe oder Aktivität ganz individuell nähren konnte.
Ein wohltuender Rhythmus, in dem ich zur Ruhe kam und mal wieder der Stimme lauschen konnte, die mich schon seit Jahren, zwar in unregelmäßigen Abständen aber doch beharrlich, fragt, ob das Leben, das ich führe, wirklich „meins“ ist.
Die Stimme wird präsenter, auch drängender.
Vielleicht, weil ich durch den Austausch in der Sangha immer deutlicher merke, welche Seiten in meinem (?!) Leben unterversorgt sind.

Vielleicht, weil ich in diesem Monat „schon wieder“ ein Jahr älter werde und noch immer die Heimat in mir und auf dieser Welt suche.

Ich möchte dort sein, wo meine wahren Freunde sind, wo ich Wurzeln spüre bzw. in Vertrauen wachsen lassen kann.
Ich möchte mich üben, Räume zu teilen, in Achtsamkeit, Liebe, Freiheit und Respekt.
Gleichzeitig erkenne ich dabei, dass ich stets auch einen eigenen, ganz persönlichen Raum brauche, in dem ich ALL-EIN sein und mich in der Stille erholen kann.

Mit den Themen „Arbeit“ und „Geld“ zieht mein Verstand aber sofort die Bremsen, sobald mein Herz auf Wanderschaft gehen möchte.

Natürlich brauche ich Geld zum Leben. Aber ich möchte nicht mehr zwischen „Arbeit“ und „Leben“ unterscheiden, sondern mich in dem Er-LEBEN und entwickeln, was ganz mühelos und leicht aus mir herausfließt – einfach, weil es dem entspricht, was ich bin und was ich geben möchte – am liebsten in einer Gemeinschaft, in der jeder den Raum mit seinen ganz eigenen Talenten und individuellen Facetten seines DA-SEINS bereichern darf.

Wenn ich aber in der Maschinerie der täglichen Anforderungen den Funktionsmodus eingeschaltet habe, dann scheinen diese Bilder unerreichbar weit weg. Finde dann auch keine Zeit dazu, sie zu rufen, bis ich abends erschöpft ins Bett falle und mich resigniert frage, was das eigentlich wieder für ein Tag war.

Dann denkt es in mir: Wenn ich mit meinen Wurzeln doch nur verbunden bleiben könnte, wenn ich mich einfach verstanden und angenommen fühlen könnte, auch ohne Leistung und Funktion… Ja, dann könnte ich auch mit mehr Sicherheit die Schritte in die Unsicherheit gehen, die ja unvermeidlich sind, wenn sich WIRKLICH etwas ändern soll.

Um das Gefühl der Verwurzelung etwas zu stärken, träume ich mich manchmal nach Korfu, auf den Flügeln einer wunderbaren Meditation, die mir unsere liebe Freundin Rabiya mal geschenkt hat und die ich für mich noch etwas weiterentwickelt habe:

Ich sitze unter einem meiner geliebten Olivenbäume in den stillen Hainen. Dort lasse ich mich immer tiefer zwischen die knorrigen, alten Wurzeln sinken, die um mich herum ein behagliches Nest bilden.
Über meine Atmung lasse ich meinen Herzraum immer weiter werden. Dann sende ich einen rosagoldfarbenen Lichtstrahl von meinem Herzen aus über die Wurzeln bis tief in Mutter Erde.
Wenn ich mich gut geerdet fühle, sende ich einen zweiten Lichtstrahl weit in den Kosmos, zu einem der vielen Sterne, der ihn auffangen mag.
So atme ich dann eine Weile, verbunden mit Mutter Erde und Vater Kosmos, gehüllt in einen Schutzmantel aus königsblauem Licht, bis ich mich erholt und gestärkt sehe.

In meinem konkreten „DA-SEIN“ setze ich nun erste Pinselstriche auf die weisse Leinwand der Neuausrichtung (Danke lieber Lipopo, für dieses Bild!) indem ich mich demnächst für ein paar Wochen in eine Rehaklinik zurückziehen werde, um mich mal ganz ungestört wieder zu kräftigen.

Damit Wurzeln wachsen können brauchen sie ja auch Substanz und Nahrung.

Danach möchte ich Süddeutschland in absehbarer Zeit verlassen, denn hier hält mich nichts mehr, was sich wirklich lohnt (fest-)zu halten.
Vielleicht kehre ich ja in meine alte Heimat, das Rheinland, zurück.
Aber wie es letztendlich weiter geht, das male ich auf die nächste Leinwand. Dazu tauche ich gern auch mit euch gemeinsam in die riesige Farbpalette ein, die uns das Universum täglich neu anbietet…

Aus dem Herzraum der Verbundenheit
Eure Sissy

Sissy Bechtolf
Reutestr.29
70794 Filderstadt
Tel: 0170 2338876
sissy.bechtolf@web.de

eva

Vielen Dank für diese mich sehr berührende Schilderung aus deinem Herzensraum liebe Sissy. Und jetzt wünsche ich dir erst einmal eine gaaanz wunderbare und erholsame Auszeit in der Rehaklinik. Immer wieder mal, wenn ich dich beim Sangha Talk sehe, denke ich mir: mein Gott, wie schön die Sissy doch ist! Ich sehe da eine ganz besondere Mischung aus einer sehr liebevollen und kostbaren Zärtlichkeit gepaart mit einer ungeheuren Zähigkeit und Kraft. Und ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass sich da nun noch eine ganz gehörige Portion an Leichtigkeit dazugesellen möge, die dir Flügel verleiht und dich fortan viel leichter durchs Leben tanzen läßt.... Sei ganz herzlich umarmt du liebe, starke und so wunderschöne Schwester ❤️ 🙏😘 much love Eva

Rabiya

Liebste Sissy, es ist so schön, Deinen Worten zu lauschen, die Deine Ausrichtung auf Dein weiteres "Wie will ich Leben" spürbar werden lassen. Von Herzen wünsche ich Dir vorerst eine nährende, erfüllte und gesegnete Auszeit in der Rehaklink 🌹 🙏 .... mögest Du dort Deine Wurzeln stärken, Dein Herz nähren .. und daraus geklärt Deinen weiteren Weg sehen. So schön, dass Dich die Meditation nachhaltig begleitet und Du sie somit zu der Deinen gemacht hast 🌹 🙏 getragen, geliebt und gehalten von Mutter Erde und beschützt von Vater Kosmos ... Viel Liebe hin zu Dir geliebte Schwester Deine Rabiya

Lipopo

Liebe! Danke für das Teilen deiner Gedanken zu unserem Thema: Wie will ich leben? Mit Deinem Wunsch und der Vision, ganz aus Präsenz des Herzens heraus zu leben, das Schöpferische weiter zu entwickeln und zu teilen, gehe ich ganz und gar in Resonanz. Liebe Grüße 🙏🌹🙏 Lipopo

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