Monika

Was bedeutet es für mich, meine innere Tür zu öffnen?

Die Frage hat mich sofort inspiriert. Denn sie hat sehr viel damit zu tun, wie ich zu mir stehe und in meinem Leben. Und wie ich mein Sein in der Gemeinschaft mit Menschen lebe und leben möchte.

Manchmal sprudeln die Worte nur so beim Schreiben und nun finde ich keine Worte. Ich bin unzufrieden mit mir. Seltsam, oder? Nein, wenn ich ehrlich bin, sondern ich bin zu selbstkritisch. Ich erinnere diese vielen wundervollen Texte von Anadi und anderen lieben Menschen aus unserem Blog und fange an zu vergleichen und zu zweifeln. So schön kann ich mich ja gar nicht ausdrücken. Und die Tür geht zu.

Aber dann erinnere ich, dass wir doch alle unvergleichbar sind, einzigartig und jede/jeder für sich auf ihrem/seinem Weg und wir uns dabei immer wieder begegnen, jenseits von richtig oder falsch. Das ganz große göttliche Geschenk ist, das uns trotz allem was uns unterscheidet, doch so vieles verbindet, Trennendes sich auflösen kann oder einfach nicht mehr wesentlich ist. Wir sind nämlich alle auf dem Herzensweg, dem Weg zum inneren Frieden und zur Liebe, egal an welcher Stelle des Weges wir gerade stehen. Wir sind auf dem Weg. Hand in Hand, als ein Herz so hat Anadi es mal ganz wunderbar beschrieben. So fühle ich es. Darauf kommt es an und darauf, sichtbar zu sein.
Und meine Tür öffnet sich wieder ein wenig.

Also was bedeutet es für mich meine innere Tür zu öffnen. Auf meinem Lebensweg habe ich viele Türen öffnen dürfen. Manche Türen habe ich umgangen, bis es nicht mehr ging, weil es sonst nicht weiterging. Dazu ein Bild, das ihr bestimmt kennt: „Die Angst klopft an die Tür. Der Mut geht zur Tür und öffnet und niemand steht davor.“ Die Angst kann uns wichtige Hinweise geben und ist Antrieb, wir dürfen mit Ihr gehen, sie ist auch ein Teil vom Ganzen.

Manche Türen musste ich immer wieder öffnen, weil ich noch nicht verstanden habe oder sehen wollte, was sich dahinter verbirgt. Es werden auch die Schatten sichtbar, die unbemerkt oder deutlich spürbar auf uns wirken, die uns Angst machen, an uns haften, uns umwehen, einspinnen wollen. Und dies werden sie solange tun, bis wir den Mut finden sie anzuschauen und aus der Dunkelheit ins Licht bringen. Es sind Schattenseiten, die ich an mir nicht mag und/oder verbergen möchte. Sie zu zeigen, könnte mich unbeliebt machen? Oder es sind Anhaftungen aus der Vergangenheit, alte Verletzungen, Scham, Gefühle von Minderwert, nicht Vergebenes, die in meinem jetzigen Leben eigentlich ihre Bedeutung verloren haben. Eigentlich,…aber sie haben einen ziemlich langen Arm und ziehen uns doch wieder am Kragen und bringen urplötzlich Reaktionen hervor, die uns im Nachhinein erschrecken und betroffen machen können oder die Schmerzen.

„Spannend“ wird es, wenn ich den Mut habe, damit in Resonanz zu gehen und mich damit sichtbar zu machen. Nicht nur spannend, auch aufregend und befreiend auch mit viel Freude, Lachen, Weinen, alles…..Sich öffnen, sichtbar machen, authentisch sein mit allem ist der Weg in die Freiheit und zum inneren Frieden. Dann können wir auch im Außen Frieden und Liebe ausstrahlen. Der Weg kann beschwerlich und holprig sein, wir können stolpern, hinfallen, aber auch das sind nur Momentaufnahmen und Teil des Ganzen. Wir bleiben in Bewegung, folgen dem Herzen und der Intuition. Dazu fand ich einen Satz von Prof. Hans Peter Dürr, Quantenphysiker: „Mit Hilfe der Intuition greifen wir auf ein größeres Wissen zu, das nichts mit unserem privatem Wissen zu tun hat, es ist die Sichtweise in eine größere Welt.“

Es sind oft Kleinigkeiten, die viel bewegen und verändern können. Wir müssen sie nur sehen und wahrnehmen und vor allem mit Dankbarkeit als Geschenk annehmen und achtsam behüten. Angst und Mut, Schatten und Licht, Tod und Leben, Lachen und Weinen gehören zusammen. Das ganze Leben leben!

Besonders während dieser letzten Monate sind wir uns in der Sangha nochmal näher gekommen, haben uns gegenseitig gestärkt, sind offener geworden, haben pure Freude gelebt, unseren Kummer geteilt und wir sind wieder füreinander zu Türöffnern geworden. Und so können wir auch im Außen zu Türöffnern werden.

In Liebe und Dankbarkeit für unsere Schwester Anna, die so vieles und eine ganz besonders großartige Türöffnerin für uns war und bleiben wird.
Mit großer Dankbarkeit für das Leben und für die Liebe wünsche ich Euch eine glänzende, besinnliche, friedvolle und fröhliche Adventszeit!

Monika

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